Land fördet "TOS" und "Dagobert" in Singen

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Sie freuen sich über die Förderung: (hintere Reihe v.l.): Anja Claßen, Marcel Da Rin, Udo Engelhardt, (Mitte v.l.): Bernd Häusler, Nicole Römer, Thomas Geiger, Jürgen Napel, Axel Goßner, (vorne v.l.): Anne-Marie Goehrlich, Heidi Lorenz-Schäufele, Peter Peschka, Susanne Herz.swb-Bild: stm

Programm "Jugend stärken im Quartier" würdigt aufgebaute Netzwerke

Singen (stm). Nicht nur Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler freute sich bei der Pressekonferenz kürzlich über den Zuschlag von 600.000 Euro, den der Landkreis Konstanz mit seinen Partnern der Stadt Singen, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), »Menschen helfen« und dem Kinderheim Sankt Peter und Paul als eine von 185 Modellkommunen erhalten hat.

Durch das ESF-geförderte Projekt »Jugend stärken im Quartier« sollen in Singen vor allem »Dagobert« und die »Time out School« unterstützt werden. Der erfolgreiche Startschuss sei durch das Schulschwänzerprojekt TOS von »Menschen helfen« gelegt worden, betonte Häusler. Durch die Förderung für drei Jahre könne die hervorragende Netzwerkarbeit gerade in Singen, wo Arbeitslosigkeit, Migration und Schulabsentismus überdurchschnittlich seien – Udo Engelhardt spricht davon, dass bis zu 35 Prozent der Singener Jugendlichen unter Armutsbedingungen leben – nachhaltig gestärkt werden.


»Kein Jugendlicher soll verloren gehen«, brachte es Sozialdezernent Axel Goßner vom Landkreis Konstanz auf den Punkt. Durch die noch bessere Verzahnung aller relevanten Netzwerkgruppen solle eine intensivere Begleitung von Jugendlichen mit schwierigen Ausgangsbedingungen bei der schulischen und beruflichen Bildung im Alter von zwölf bis 26 Jahren erreicht werden, so Susanne Herz von der Projektkoordination im Amt für Kinder, Jugend und Familie, die gemeinsam mit Marcel Da Rin von der Singener Kriminalprävention den umfassenden Förderantrag gestellt hatte.


Erfolgreich hat sich in Singen bereits das Schulschwänzerprojekt TOS etabliert – das WOCHENBLATT berichtete. Im alten Zollgebäude zuhause – gelingt es TOS, dank »Menschen helfen« unter dem Motto »Bildung ist der Eintritt in die Gesellschaft« jugendliche Schulschwänzer mit Hilfe individueller Lehrpläne und intensiver schulischer und sozialpädagogischer Betreuung einen schulischen Übergang wieder zu ermöglichen. Denn kein Jugendlicher dürfe zurückbleiben, betonte Peter Peschka von »Menschen helfen«, auch wenn es die große Herausforderung sei, denen zu helfen, die wollen.


 Mit »Dagobert« kam seit November eine weitere Säule zu einem funktionierenden Netzwerk hinzu, so Marcel Da Rin. »Fang an, es lohnt sich, auch wenn man nicht in Geld schwimmt«, fordert Udo Engelhardt von der Arbeiterwohlfahrt die Jugendlichen auf. Nach Kinderchancen bietet »Dagobert« nun eine Einzelfallhilfe für junge Menschen. Die Beratungsstelle und Clearingstelle bietet etwa Unterstützung bei dem Eintritt in die Arbeitswelt an.

Wochenblatt @: Stefan Mohr