Doppelt Gutes aus der Küche

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Dr. Jürgen Becker ist der "Maitre« der »Chuchi Singen«, die als Gemeinschaft seit über 50 Jahren besteht. swb-Bild: of

»Chuchi Singen« spendet in 10 Jahren 30.000 Euro

Singen (of). Kochen ist ihr großes Hobby, doch die Akteure wollen es sich damit nicht nur selbst gut gehen lassen. Denn der »Club kochender Männer«, der formell »Chuchi Singen« heißt, und einer bundesweiten Organisation angehört, die sich insbesondere um die Wahrung einer hohen Qualität kümmert und den Titel wie »Maitre« oder »Grand Maitre« nach einer peniblen Prüfung verleiht, sieht sich mit dem gemeinsamen Hobby auch der Allgemeinheit verpflichtet.
»Wir haben durch unsere jährlichen Herrenjagdessen, die jeweils im Frühjahr stattfinden, in den letzten zehn Jahren über 30.000 Euro an gemeinnützige Organisationen spenden können«, zieht der aktuelle Chuchi-Leiter, Dr. Jürgen Becker, gegenüber dem WOCHENBLATT Bilanz. Zuletzt wurde zum Beispiel der Verein »Menschen helfen« unterstützt, der unter anderem die »Time out School« in Singen betreibt, die auch Schulverweigerern noch zu einem Abschluss und damit zu einer Perspektive verhelfen will.
 Beckers Karriere ist eigentlich auch typisch für die meisten seiner 12 Kochbrüder. Er lernte die besondere Küche erst einmal als Gast kennen. Und da für ihn Kochen schon seit frühen Jahren immer mehr als ein Hobby, sondern auch ein Ausdruck von Lebensqualität ist, war der Kontakt in die Küche selbst schnell geknüpft. »Essen hat hier viel mit Inspiration zu tun«, weiß Becker. Das ist für ihn sowie für seine Kochbrüder das Schöne an den monatlichen Treffen in der Maggi-Kantine, die ihre Küche schon von Anfang an zur Verfügung stellte. Bei den monatlichen Treffen bekocht immer ein Trio oder Quartett die anderen Kochbrüder, das schweißt auch zusammen.
Und bei der Laudatio zum Abschluss des Mahls geht’s manchmal auch zur Sache, und auch um Glaubensfragen. Wie bei der jüngsten Zusammenkunft, bei der es Spargel in vielfachen Variationen gab und unter anderem um die Frage ging, ob Butterküche nun die einzig wahre sein kann, und welche Alternativen ihr das Wasser reichen könnte. »Wichtig ist die Bodenhaftung den Köchen schon, trotz elitärem Anspruch an die Kochkunst«, unterstreicht Becker. Die Zutaten sollten zum Beispiel möglichst regional sein, denn das Beste hat selten einen langen Weg in die Küche nötig. Der lokale Lebensmittelhandel weiß auch manch besonderen Wunsch der Köche zu erfüllen und sieht seinen Ehrgeiz gerade darin.
Und: ein Altherrenclub ist die »Chuchi« Singen bestimmt nicht. Im Hegau gibt es derzeit, im Gegensatz zu manch städtischer Chuchi, noch keine Nachwuchssorgen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler